Termine: Samstag, 14.07.2012 Samstag, 15.09.2012 Samstag, 13.10.2012
jeweils um 16:00 Uhr
Treffpunkt: vor dem Rathaus Anmeldung erforderlich! Preise: Erwachsene: 10,00 Euro Jugendliche: 5,00 Euro
Eine Stadtführung zur Gerichtsbarkeit in Landsberg
Die neue Stadtführung vermittelt einen Überblick über die Gerichtsbarkeit der Stadt Landsberg im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Es werden die wichtigsten Gebäude besichtigt (Fronfestenturm, Gefängnis im Historischen Rathaus) und anhand der Ratsprotokolle und der Niederschriften der Jesuiten wichtige Prozesse und Strafen vorgestellt.
Das herzogliche Landgericht übte in der Stadt und im Landgerichtsbezirk die hohe Gerichtsbarkeit aus. Das so genannte Malefiz- oder Blutgericht urteilte über todeswürdige Verbrechen wie beispielsweise Raub, Mord, Notzucht und Diebstahl. Weiter befasste sich der Lanrichter mit Erbschafts- und Eigentumsfragen. Die niedere Gerichtsbarkeit befasste sich insbesondere mit Bestimmungen über Handel und Gewerbe und war zuständig für Verbalinjurien (verbotene Scheltworte), leichte und sogar schwere Körperverletzung, solange sie ohne Todesfolgen waren: fließende Wunden (mit stumpfen Gegenständen), Bogwunden (mit spitzen Gegenständen) und 'Lehmwunden' (Lähmungen und Verstummelungen. Die Fronfeste mit dem Gefängnis (Eisenhaus) befand sich an der Stelle der heutigen Hypobank. Hier wohnten auch die Gerichtsdiener mit ihren Knechten und der Eisenmeister. Im Fronfestentrum (auch Hexenturm genannt) befindet sich neben den Gefängniszimmern das Torturzimmer (Folterkammer). Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte oder wollte, wurde im Schuldturm eingesperrt. Zänkische Frauen wurden in der sog. Geige der öffentlichen Verspottung preisgegeben. Männer wegen kleinerer Vergehen mit Händen und Füßen für eine oder mehrere Stunden in den Stock geschlossen und vor dem Rathaus zur Schau gestellt. Der Stadtgalgen stand auf dem Hügel am Galgenweg, begraben wurden die Gehängten auf dem Spöttinger Freidhof. Die Kipfstatt (Hinrichtungsstätte durch Enthaupten) befand sich abei der alten Katharinenkriche, auf deren Friedhof die so Getöteten beerdigt wurden. Mit Todesurteilen war man schnell zur Hand (z.B. Wegnehmen von Ziegeln von der Stadtmauer, jeglicher Viehdiebstahl, Diebstähle aus Kirchen und Mühlen).
Kultur- und Fremdenverkehrsamt
Ansprechpartner: Ulla Kurz, Alexandra Riedle, Claudia Raeder, Christian Weber
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